Tanz ist Spiel

Bewegungen sind wesentlicher Bestandteil dieses Spiels, oder besser: dieser Spiele. Innerhalb dieser Spiele gelten festgelegte Regeln, auf die sich die Spieler für die Dauer des Spiels einlassen. Hält man sich an diese Regeln, entsteht zeitlich begrenzt eine Art fiktionaler Realität, die für den Tänzer körperlich spür- und erlebbar ist. Man bewegt sich anders, nicht alltäglich, weil man bei dem, was man tut, nicht alltäglichen Regeln folgt. Wie bei anderen Spielformen gibt es einfache und komplizierte Spiele. Für einige braucht es viel Erfahrung und Geschicklichkeit, andere kann man schon nach einer kurzen Erklärung spielen. Hat man noch nie getanzt, ist es sinnvoll erstmal mit einfachen Tänzen zu beginnen, um Spielerfahrung zu sammeln. Es ist wie beim Kartenspielen, man kann "Mau-Mau" oder "Bridge" spielen. Aber: Beginnt man gleich mit Bridge, kann es passieren, dass man vor lauter Regeln und Vorschriften schnell die Lust am Kartenspielen verliert. Da kommt "keine Freude auf", die gehört aber genuin zum Spiel.


"Spiel ist eine freiwillige Handlung oder Beschäftigung, die innerhalb gewisser festgesetzter Grenzen von Zeit und Raum nach freiwillig angenommenen, aber unbedingt bindenden Regeln verrichtet wird, ihr Ziel in sich selber hat und begleitet wird von einem Gefühl der Spannung und Freude und dem Bewusstsein des "Andersseins" als das "gewöhnliche Leben". s. Huizinga, Johan: "Homo ludens" (1938), S. 37